Haflingerzucht :: Züchtertreffen in der Schweiz mit PPP-Beteiligung

Haflinger Züchterseminar in der Schweiz

Über 60 Haflingerzüchter aus Deutschland und der Schweiz trafen sich am 29. Januar im Haflingerzentrum Trachselwald im schönen Schweizer Emmental.

Bei Kaffee und Gipfelies (Croissants) im Restaurant des gepflegten Anwesens von Peter Zimmermann konnten sich  alle Züchter  kennenlernen und austauschen. Anreisen von über 500km per PKW oder gar über 1000 per Flugzeug wurden nicht gescheut, um der Einladung des Vereins TOP Haflinger zu folgen.

Aber nur zum Kaffeetrinken reist man ja von so weit her nicht an: Peter Zimmermann hatte einen hochkarätigen Referenten in seine Seminarräume eingeladen, nämlich den Präsidenten der Welt Haflinger Vereinigung, Hannes Schweisgut.

Das Thema des Vortrags klang dazu noch  verlockend:  „Die Zukunft der Haflinger - der Haflinger im Jahr 2030“.

Als Co-Referenten beteiligten sich Heiner Brüggemann, Karl Stadler und Ute Rohwäder von der OHD (Original Haflinger Deutschland). Die Diskussionsleitung lag in den Händen des Hausherrn Peter Zimmermann. An den sich nach jedem Vortragsteil anschließenden Diskussionen beteiligten sich u. a. Peter Zimmermann, Wolfgang Kreikenbohm, Robert Meier.

Um einen züchterischen Ausblick in das Jahr 2030 zu wagen, schaute Schweisgut erst einmal 20 Jahre zurück – wie veränderte sich der Haflinger innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte?

Das Zuchtziel blieb, bis auf die Mindestgrößenanpassung, unverändert.

Auch 2030 soll der Freizeitreiter der Haflingerkäufer sein. Ein charakterstarkes, einfach zu haltendes, langlebiges , gesundes und auch für den Laien umgängliches Pferd soll auch in Zukunft gezüchtet werden. Dabei darf die Extieurbeurteilung nicht außer Acht gelassen werden.

Die Spitze der Pferde, die wir heute haben, sollte den Haflinger im Jahr 2030 dar stellen. Hannes Schweisgut erklärte es plastisch am Beispiel der Siegerpferde der Weltausstellungen, besonders des seit 15 Jahren amtierenden Weltsiegerhengstes „liz.Abendstern“.

Die Größe des Haflingers wird sich um 150 cm Stockmaß einpendeln, einen Haflinger mit 160 cm wird es nicht geben.

Damit das Fundament zur Größe passend bleibt, wird der Haflinger 2030 sicherlich nicht leichter gezüchtet, auch eine genügende Brustbreite sollte erhalten bleiben.

 

Über die notwendigen Maßnahmen, um das Zuchtziel des zukünftigen Haflingers zu erreichen, informierte  Hannes Schweisgut ebenfalls die Zuhörer/Diskussionsteilnehmer.

Nur durch eine strenge Selektion , eine genügend große Population, eine aktive, zufriedene Züchterschaft und eine geschickte Umsetzung der EU Richtlinien wird dieses Ziel erreichbar sein.

Eine gute Zuchtrichterschulung – und Fortbildung hält Schweisgut für unverzichtbar.

Eine Änderung in den Leistungsprüfungen ebenfalls für unumgänglich, um das Zuchtziel umzusetzen.

Die Charakterbewertung sollte 30% der Note ausmachen. Charakter, Ruhe und Leistungsbereitschaft sind die Bewertungskriterien der zukünftigen Leistungsprüfungen.

Hannes Schweisgut stellte auch seine Visionen für die Zucht des Haflinger Pferdes der Zukunft vor:

Um den EU weiten Rückgang in der Zucht und dem Mitgliederschwund in den Vereinen entgegenzuwirken, ist es dringend notwendig, die Jugend für den Haflinger zu begeistern.

Ein großer, europaweit agierender Verband mit einer gemeinsamen, europäischen Zuchtbuchführung gehört zu Schweisgut`s Visionen.

Ein einheitliches Richtverfahren und Punktesystem sowie Richterfortbildungen auf internationaler Ebene kann sich Schweisgut ebenso vorstellen wie es eine Vermarktungshilfe für den Züchter auch in Zukunft geben muss.

Doch dazu muss eine komplett neue Organisation gegründet werden, was allerdings praktisch und mental eine enorm große Hürde darstellten würde.

Dennoch kann es nur so Zuchtsicherheit geben – für den Züchter und den Käufer.

Auch der künftige Haflinger soll weiterhin jeden Pferdeliebhaber mit seiner Schönheit ansprechen.

Das gelingt aber nur, wenn die Züchter die Rasse interessant halten, nach außen gemeinsam auftreten und den Haflinger auf Veranstaltungen zu präsentieren.

 

Die Teilnehmer des Züchterseminars bedankten sich bei Hannes Schweisgut mit lang anhaltendem Applaus für seine interessanten und kurzweiligen Vorträge.

 

In der anschließenden Fragerunde der Züchter ging es um den aktuellen Stand der Anerkennung des Ursprungzuchtgebietes und der Ursprungszuchtbuchführung.  Gewohnt kompetent wusste der Referent alle Züchterfragen zu beantworten.

 

Mit der gemeinsamen Hoffnung auf eine Wiederholung eines solchen Seminars , nicht erst 2030, verabschiedeten sich die Teilnehmer und dankten Peter Zimmermann und seinem Team des Haflinger-Zentrums  Trachselwald für ihr Engagement , was sehr zum Gelingen dieses hochkarätigen und richtungsweisenden Seminars beigetragen hat!

 

 Ute Rohwäder

 



zurück